Mensch bleiben und werden

 

Von Sonja Seppi. Maria Adela Palcos reist trotz ihrer 89 Jahre noch in der Welt herum, um die von ihr experimentel entwickelte Methode Rio Abierto nicht nur zu tanzen, sondern die tieferen Möglichkeiten aufzuzeigen: “Wie können wir in Zeiten, wo sich alles auf den Kopf stellt, Ängste produziert werden, Mensch bleiben und werden.  Menschen, die ihre Größe liebevoll und einfach leben, die das Miteinander vor den Individualismus stellen.”

Denn eines ist klar und genauso schwierig: jeder alleine auf seinem Quadratmeter wird einsam und verloren sein. Uns zu begegnen und diese Verbundenheit zu leben, darum geht es. Und zwar nicht nur im Seminarraum, sondern dort, wo Familie und Alltag uns viel Gelegenheit zum Üben geben.

Mit dem Körper als Hauptquartier ist Rio Abierto mitten drin zwischen den gegensätzlichen Gefühlen und Gedanken unserer bewegten Zeit. Ausgehend vom Körper, die Widersprüche zu entdecken, zu erleben und wieder sein zu lassen, um zum Wesentlichen vorzudringen: zu unserem Herzen.

Und auch hier wieder den Widerspruch aushalten, zwischen den inneren Bildern, dieser Großartigkeit, die in uns wohnt und gelebt werden will und dem banalen, kleinen, sentimental gelebten Herzen, das oft schmerzt, bedürftig ist, statt groß-herzig …

Verbinden wir dieses Wissen mit Bewegung, mit Begegnung, mit ganz viel Musik aus allen Richtungen, damit die Angst, die eigene Banalität, die Muster Risse bekommen und genau das nach außen dringen kann, was unter der „falschen“ , mechanischen Persönlichkeit verborgen ist.

https://www.newslichter.de/2020/02/mensch-bleiben-und-werden/


Tanzend die Welt verändern?

Artikel für www.newslichter.de von Sonja Seppi.

Ja! Die Erde stöhnt und wackelt und wir Menschen, die es geschafft haben, innerhalb von kürzester Zeit das Leben auf der Erde immer ungemütlicher zu machen, hoffen irgendwie, dass es schon nicht so schlimm kommen wird oder zumindest wir selbst nicht ganz so stark betroffen sein werden. Aber wir alle haben den Satz schon gehört: Wir sind Eins, wir sind alle miteinander verbunden! Und doch ist dieser Satz nicht wirklich in unserem Herzen gelandet. Verbunden heißt, mit allem verbunden: mit dem Neonazi, mit dem Uiguren, mit dem australischen Ureinwohner und mit meinem Nachbarn.


Und was hat all dies mit Rio Abierto zu tun? Sehr viel! Diese Methode geht genau von dieser Verbundenheit aus. Und diese will geübt sein. Mit anderen in Kontakt kommen, die Vorurteile, Ängste, den Ärger oder auch die Erleichterung wahrnehmen … In einer Rio Abierto Einheit gibt es zunächst: viel Musik, Bewegung die nachgeahmt wird (im ersten Teil), viele Übungen alleine oder zu zweit … viel Lachen, weil wir mit dem Außer- und Ungewöhnlichen experimentieren, uns entlarven und dann wieder verstecken … Stille, damit die Erfahrung Raum bekommt. Wir lernen wieder menschlich und unbefangen miteinander in Verbindung zu kommen, wir üben für unseren Alltag.


Jede Rio Abierto Einheit bedeutet: Befreiung und Verbindung, Freude und Lachen, Wildheit und Stille.


„Rio Abierto ist für mich das, was der Name aussagt: Ich bin mit mir im Fluss, mir auf der Spur, spüre mich tief in mir. Rio Abierto öffnet meine Sinne, gibt mir Lebensfreude und Lust und lässt mich über Grenzen gehen. Durch Rio Abierto komme ich immer näher zu mir und damit zu meinem Gegenüber.
Es ist Leben pur!“ (Angelika)


Diese Aussage einer Teilnehmerin lässt ahnen, wie vielfältig solche Rio-Stunden ablaufen: dynamisch, bewegt innen, Begegnungen außen. Das spannende sind die unterschiedlichen Menschen, die unsere Trainings besuchen. Aus dieser Vielfalt ergeben sich viele Möglichkeiten der Begegnung und auch des Trainings.


Nach einer Rio Abierto Einheit ist man meistens (☺) friedlicher und beschwingter als vorher. Die gewohnten Muster haben mal Pause gemacht, das Energievolumen ist etwas höher als normal, es fühlt sich wie ein Vollwaschgang an (manchmal mit Schleudern). Diese Stimmung hält meistens einige Tage, danach schlägt die Gewohnheit wieder zu, die Materie zieht wieder nach unten, Gedanken kreisen … Veränderung braucht kontinuierliches Dranbleiben, Disziplin und Intention. Darüber mehr im nächsten Beitrag, wenn der Rio wieder in die Newslichter fließt.

https://www.newslichter.de/2019/12/tanzend-die-welt-veraendern/

 

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